FÜR EINE
GLÄNZENDE ZUKUNFT

CITY GROUP & AKIJ – Dhaka, Bangladesch

Armut, Mangelernährung, Infektionskrankheiten. Das vorherrschende Bild, das viele von Bangladesch haben, stimmt so schon länger nicht mehr. Das Land erlebt seit gut zwei Jahrzehnten einen wirtschaftlichen Aufschwung, was sich in der einheimischen Nahrungsmittelindustrie bemerkbar macht. Mehr, bessere und sichere Lebensmittel zu günstigen Preisen, lautet die Devise. Zusammen mit den Produzenten City Group und Akij ist Bühler massgeblich an der positiven Entwicklung beteiligt.

Zur vollständigen Geschichte

Für eine glänzende Zukunft

Armut, Mangelernährung, Infektionskrankheiten. Das vorherrschende Bild, das viele von Bangladesch haben, stimmt so schon länger nicht mehr. Das Land erlebt seit gut zwei Jahrzehnten einen wirtschaftlichen Aufschwung, was sich in der einheimischen Nahrungsmittelindustrie bemerkbar macht. Mehr, bessere und sichere Lebensmittel zu günstigen Preisen, lautet die Devise. Zusammen mit den Produzenten City Group und Akij ist Bühler massgeblich an der positiven Entwicklung beteiligt.

Der Binsenwischer, mit farbigen Bändern zusammengebunden, ist im Dauereinsatz. Bharati ist eine von Dutzenden Frauen, die in der Akij Flour Mill Ltd. für eine saubere Produktionsumgebung sorgen. Sie trägt farbenfrohe, gemusterte Kleidung, den Salwar Kamiz, bestehend aus einer weiten Hose, einem passenden langen Oberteil und einem Kopftuch, das auch als Foulard getragen wird. Die Farben leuchten in der blitzblank geputzten Mühle. Staubkörner sucht man hier vergeblich. Und dies in Bangladesch, wo der Strassenstaub noch Stunden an der von der Hitze feuchten Kleidung klebt. Im Innern der Mühle wähnt man sich auf einem anderen Planeten. 

Die Sauberkeit sei das A und O einer industriellen Lebensmittelproduktion, betont Sheikh Bashir Uddin, Besitzer und Managing Director der Akij Flour Mills Ltd.: «Lebensmittelsicherheit ist wichtig. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie jemand behaupten könnte, dass sie nicht wichtig sei. Wir produzieren für den menschlichen Verzehr, somit hat die Lebensmittelsicherheit oberste Priorität.» Das Geschäft von Akij läuft. Vom kleinen Unternehmen im Jutehandel ist die Firma in 70 Jahren zu einem der grössten Geschäftskonglomerate Bangladesch angewachsen. Seit etwas mehr als zehn Jahren setzt Akij auch auf die Getränke- und Lebensmittelproduktion. Die Zusammenarbeit mit Bühler begann 2014. Seither entstanden zwei Produktionslinien für herkömmliches Mehl, mit Kapazitäten von 500 und 550 Tonnen, sowie eine Atta-Mühle mit einer Kapazität von 150 Tonnen pro Tag. Zum Projekt gehört zudem ein Mehlsilo mit 3200 Tonnen Lagerkapazität. «Akij investierte in unser neustes Equipment und besitzt somit die modernste Mühle in ganz Südasien», sagt Marcel Züst, Bühlers Senior Advisor South Asia. 

Die industrielle Lebensmittelproduktion in Bangladesch hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Denn die produzierende Industrie ist die grosse Hoffnung des Landes. Dank ihr schaffte es Bangladesch mit einem langsamen, aber stetigen Wirtschaftswachstum über die eigentliche Armutsschwelle des Human Development Index (HDI) der UNO. Zusammen mit Ghana liegt Bangladesch auf Platz 139 von 188. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 72, die durchschnittliche Schulbildung 10,2 Jahre. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Jahreseinkommen liegt bei 1600 USD.

Nichtsdestotrotz: Der Weg aus der Armut bleibt steinig. Mit seinen rund 165 Millionen Einwohnern hat Bangladesch eine der höchsten Bevölkerungsdichten der Erde. Bereits heute sind in der Hauptstadt Dhaka Strassen und Häuser überfüllt, die Besiedelung erstreckt sich über riesige Flächen auf Slums und Vororte. Noch immer leben über 20% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Abfallberge türmen sich ausserhalb des Stadtzentrums.

Zahid Abu
Zahid Abu, Senior Engineer Bühler Dhaka, und Galibur Rahman, Obermüller der Akij Flour Mills Ltd., inspizieren die neue Produktionsumgebung.

Möglichst erschwingliche Produkte anbieten

Doch ein Silberstreifen ist sichtbar. Seit 1995 wächst das Bruttoinlandprodukt, 2016 um 7,1%, die drei Jahre zuvor jeweils um rund 6%. Die einheimische Industrie ist der Motor der Entwicklung, allen voran die Textil- und Metallindustrie, aber mit diesen entwickeln sich auch die einheimischen Nahrungsmittelverarbeiter. «Der Wandel kommt mit dem wirtschaftlichen Aufschwung. Von unserer Seite können wir dies mit unserer Produktentwicklung vorantreiben, doch brauchen wir natürlich Menschen, die unsere Produkte kaufen. Da wir industriell in grossem Stil produzieren, mit einer professionellen Logistik im Hintergrund, können wir unsere Produkte zu günstigen Preisen anbieten, was mehr Personen den Zugang zu nahrhaften Lebensmitteln ermöglicht», sagt Bashir.

   

Industriell produzieren heisst sicher produzieren

Überzeugt davon ist auch Fazlur Rahman, Chairman von City Group, dem grössten Kunden von Bühler in Bangladesch: «Bangladesch wächst», sagt Rahman. «Wir wollen dazu beitragen, dass die Wirtschaft im Land auf eine gesunde Basis gestellt wird. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass Bangladesch bis zum Jahr 2020 zu einem Land mittleren Einkommens aufsteigt. Um dies zu erreichen, muss der private Sektor in die Produktion investieren, wir brauchen mehr Reis, Mehl, Speiseöl.»

Rahmans Geschäftskonglomerat ist mit diversen Firmen in der einheimischen Nahrungsmittelindustrie vertreten. Von einer ursprünglichen Verarbeitung von Senfkörnern zu Senföl hat Rahmans Vater Fazlur das Geschäft in 50 Jahren zu einem hoch diversifizierten Unternehmen gemacht. In der Sparte der Nahrungs- und Futtermittel produziert die City Group heute neben Senf-, Sonnenblumen- und Sojaöl auch Mehl, Linsen und Reis. 

Das Projekt für die 2017 neu in Betrieb genommenen Produktionsanlagen am Ufer des Flusses Shitalakshya, rund 30 Kilometer ausserhalb von Dhaka, hat die City Group komplett mit Bühler umgesetzt. Ihre Kapazitäten sprengen die Dimensionen von vielem bisher Gesehenem und machen sie einem der grössten Projekte, die Bühler je für Kunden realisiert hat: Pro Stunde verlassen zu Spitzenzeiten bis zu 50 Tonnen Fertigprodukte die neue Produktion. Ein Umschlagplatz für Weizen mit 600 Tonnen Annahmeleistung pro Stunde gehört ebenso zum neuen Produktionsstandort wie eine Verarbeitung von roten Linsen (600 Tonnen pro Tag), Reis (72 Tonnen pro Stunde) und Atta-Mehl (4x150 Tonnen pro Tag). Zusätzlich befindet sich eine Sojabohnen-Warmschälungsanlage mit einem Durchsatz von 5000 Tonnen pro Tag aktuell im Bau.  

Auf Vertrauen aufgebaute Partnerschaft

Mit Bühler steht dem Unternehmen ein Partner zur Seite, der seit Jahren auf höchste Hygienestandards setzt. Seit 1997 arbeiten Bühler und City Group bereits zusammen, um die einheimische Lebensmittelproduktion auf höchstes Niveau zu heben. Der kürzlich fertiggestellte Produktionsstandort ausserhalb von Dhaka beweist, dass dies möglich ist.

Die guten Erfahrungen, die City Group bei früheren Projekten mit Bühler gemacht habe, sei der Grund, warum ihre Familie den Grossauftrag wieder an Bühler vergeben habe, sagt Shampa Rahman: «Ich kenne die Leute von Bühler seit meiner Kindheit und einige von ihnen sind für mich wie Familienmitglieder.» 

An der Arbeit von Bühler schätzten sie und ihr Vater vor allem die hohe Qualität: «Und wenn Probleme auftauchen, können wir den Leuten von Bühler den Auftrag geben, sie zu lösen – und sie lösen sie immer!» 

Für Bühler steht in Bangladesch die Kundenbetreuung ganz oben auf der Prioritätenliste. So reiste Marcel Züst während der letzten zwei Jahre durchschnittlich einmal im Monat nach Dhaka, um den Fortschritt der beiden Grossprojekte zu überwachen. «Uns hilft, dass wir im Frühsommer die neue Bühler Service Station Dhaka einweihen konnten», sagt Züst. «So steht auch in Zukunft vor Ort ein kompetentes Team für Instandhaltungsarbeiten und Revisionen bereit, das jederzeit einsetzbar ist.»

Auf dem lokalen Markt werden die Früchte der gemeinsamen Bestrebungen angeboten. Neben dem herkömmlichen, riesigen Angebot an Reis aus Jutesäcken finden sich mehr und mehr auch abgepackte Lebensmittel wie Linsen, Mehl und Speiseöl auf den Stapeln. Die Marke Teer der City Group ist genauso an fast jedem Stand erhältlich wie Sunshine-Mehl von Akij. Dank ihrer industriellen Verarbeitung auf Bühler Maschinen erfüllen diese Produkte höchste Standards im Bereich der Lebensmittelsicherheit und sind zu Preisen erhältlich, die sich heute bereits viele leisten können. 

City Group Dhaka birds eye view
Die neuen Produktionsanlagen in der Nähe von Dhaka: Die City Group produziert neben Reis und Mehl auch rote Linsen und handelt mit Rohweizen.