Ernährung

Unser Ziel für 2020, 20% unserer für den Lebens­mittelbereich relevanten R&D-Projekte für eine bessere Ernährung einzusetzen, haben wir 2017 um 3% übertroffen. 

Unser globales Ernährungssystem ist eindeutig nicht mehr nachhaltig: Weltweit leiden geschätzte 840 Millionen Menschen an Hunger. In Entwicklungsstaaten ist ein Drittel der Bevölkerung von Mangelernährung betroffen. Gleichzeitig bleibt Übergewicht ein Hauptproblem für die Gesundheitssysteme der industrialisierten Welt – zunehmend gilt dies auch für Entwicklungsländer. Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung zeichnet sich zudem ab, dass bis 2050 zusätzlich rund 265 Millionen Tonnen Eiweiss pro Jahr benötigt werden, um über neun Milliarden Menschen ernähren zu können. Kein Unternehmen kann dieses Problem alleine lösen, doch Bühler kann etwas bewirken – denn täglich ernähren sich über zwei Milliarden Menschen von Lebensmitteln, die mit unseren Technologien produziert worden sind. 

Wir verfolgen einen gemeinschaftlichen Ansatz und arbeiten stets mit internen Experten, Kunden und Partnern zusammen, treiben unsere Forschung voran und arbeiten gemein­sam an neuen Lösungen, um zum Beispiel den Bedarf an alternativen und nachhaltigen Eiweissquellen zu decken. Auch in dieser Herausforderung sehen wir eine Geschäftschance. Bühler hat mit dem ersten Auftrag für die grösste industrielle Anlage zur Herstellung von Insektenprotein in Europa einen Meilenstein erreicht. Diese wird in der zweiten Hälfte des Jahres 2018 den Betrieb aufnehmen und für diesen Bereich wegweisend sein. Durch die 2017 geschlossene Partnerschaft mit Protix, einem der weltweit führenden Unternehmen im Bereich der Insektenverarbeitung, wird Bühler die industrielle Futtermittelproduktion aus Insektenproteinen vorantreiben. Die Insekten werden auf biologischen Abfällen gezüchtet, aus denen sie effizient Proteine zurückgewinnen. Es entsteht ein nachhaltiger, positiver Kreislauf, denn Insekten sind für viele Tiere eine bevorzugte Nahrungsquelle. Die bei ihrer Verarbeitung entstehenden Nebenprodukte dienen als Düngemittel für Pflanzen. Längerfristig sieht Bühler auch in Algen eine Lösung für die Proteinlücke. Zudem arbeiten wir mit unseren Partnern an der Reduktion der Zucker- und Fettgehalte, um so die Produzenten dabei zu unterstützen, die sichersten und nährstoffreichsten Lebensmittel auf den Markt zu bringen – ob Reis, Weizen oder Hülsenfrüchte.

Gerade Hülsenfrüchte werden aufgrund ihres hohen Protein- und Ballaststoffgehalts zunehmend in Fleischersatzprodukten verwendet. Auch sogenannte texturierte Pflanzenproteine werden immer wichtigere Alternativen für Konsumenten, die ihren Fleischkonsum reduzieren möchten. Diese als Texturate bekannten Fleischersatzprodukte werden durch Kochextrusion aus Gemüserohstoffen hergestellt. Bühler ist seit langem führend in der Produktion von Trocken-Texturaten (und neu auch Nass-Texturaten) als Fleischersatz. Eine Studie in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich hat gezeigt, dass auch Proteinisolate aus Bohnen, Weizengluten oder Sonnenblumenkernen vielversprechend sind. 

Die Nährstoffanreicherung ist ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Mangelernährung. 2017 hat Bühler unter der Leitung des britischen «Food Fortification Programme» über 1000 Mikrodosiergeräte an lokale Lebensmittelfabriken und Müllereibetriebe in Pakistan geliefert. So können die Lebens­mittel mit Vitaminen und Mineralien angereichert werden, was der dort weit verbreiteten Unterentwicklung bei Kindern aufgrund von Mangelernährung entgegenwirkt. Bald wird rund die Hälfte von Pakistans Müllereibetrie­ben mit solchen Geräten ausgestattet sein. 

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